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Wissenschaftliche Arbeiten in 7 Schritten

Wissenschaftliche Arbeiten in 7 Schritten

Wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben, erfordert zwar einige Erfahrung, ist jedoch, wenn man Schritt für Schritt vorgeht, auch als Anfänger gut zu bewältigen. Nach meinem Empfinden gibt es beim Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit, d.h. einer Bachelor Thesis oder einer Hausarbeit, einige wesentliche Schritte, die bei jeder Arbeit ausgeführt werden.

Die sind:

  1. Themeneingrenzung
  2. Suche nach den Betreuern bzw. Prüfern
  3. Themenfindung
  4. Formulierung der Forschungsfrage
  5. Erstellung eines Exposés
  6. Texterstellung ggf. einschließlich der empirischen Forschung
  7. Abschlussarbeiten

Im Folgenden stelle ich Ihnen die einzelnen Schritte für das wissenschaftliche Arbeiten bzw. Schreiben vor:

Themeneingrenzung

Zunächst geht es darum, aus der Fülle der möglichen Themen eine Richtung zu finden, in die Sie mit Ihrer Arbeit gehen möchten und das Thema damit eingrenzen. Ich persönlich halte es für erstrebenswert, in einem Thema und Fachbereich zu schreiben, der Sie interessiert und in dem Sie sich  eine berufliche Zukunft vorstellen können. Damit erhöhen Sie die Motivation für die Arbeit zweifach, durch das Interesse und die zukünftige Perspektive. Außerdem können Sie in späteren Bewerbungsgesprächen möglicherweise mit dem in der Thesis bearbeiteten Thema und gewonnenen Erkenntnissen punkten.

Darüber hinaus höre ich auch immer wieder, dass Studenten und Studentinnen das Thema danach auswählen, in welchem Fach oder Seminar der Professor einen positiven Eindruck hinterlassen hat oder welchen Professor bzw. Dozenten sie als Erst- und Zweitprüfer gewinnen können. Diese haben oftmals ihre eigenen Interessen- und Forschungsschwerpunkte, die von den Wunschthemen der Studenten deutlich abweichen können.

Keiner der Ansätze oder Gründe ist besser oder schlechter, kann sich jedoch auf das Thema, die Motivation und die zukünftige Verwendung einer Thesis auswirken.

Bei Hausarbeiten fällt die Eingrenzung des Themas meist nicht so sehr ins Gewicht, da sie zumindest fach- oder seminarbezogen sind und auch der Prüfer in der Regel vorgegeben ist.

Suche nach den Betreuern bzw. Prüfern

Unabhängig davon, ob Sie die Themeneingrenzung aus eigenem Interesse oder aus dem Fachgebiet Ihres Prüfers vornehmen, sollten sie vor dem Erstkontakt zu Ihrem gewünschten Prüfer das Thema ungefähr abgesteckt haben und ihm erklären können, was Sie vorhaben. Daran erkennt er, dass Sie sich vorbereitet haben, was wiederum suggeriert, dass Ihnen die Arbeit, das Thema und die Betreuung wichtig sind. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine gute Vorbereitung und eine schlüssige Darstellung Ihres Vorhabens Pluspunkte bringen sowie die Chance auf die Zusage und eine positive Bewertung erhöhen.

Ob die persönliche Ansprache oder der Kontakt per E-Mail besser ist, ist auch abhängig vom Dozenten. Während man E-Mails ignorieren, verschieben oder vergessen kann, ohne jemandem etwas Negatives unterstellen zu wollen, ist das mit einem persönlich erscheinenden Gegenüber nicht so einfach möglich. Sofern Ihr Wunschprüfer eine regelmäßige Sprech- oder Beratungsstunde anbietet, sollten Sie diese nutzen und pünktlich sowie gut vorbereitet bei ihm vorsprechen.

Es kann dabei auch nicht schaden, sich vorher einige Gründe zu überlegen, warum Sie sich gerade für ihn entschieden haben. Antworten wie die, dass er gut bewertet oder Sie ihn in der Vorlesung sympathisch fanden, werden ihn wahrscheinlich weniger überzeugen, als Empfehlungen von Kommilitonen, die Nähe Ihres Themas zu seinem Forschungsgebiet und Ihr Wunsch, von seinem Wissen und seinen Erfahrungen zu profitieren. In diesem Sinne ist die Suche nach einem Prüfer für Ihre Thesis auch mit einem Bewerbungsgespräch vergleichbar. Das gilt vielleicht nicht für jeden Prüfer und jede Uni, für die Guten aber auf jeden Fall.

Themenfindung

Haben Sie einen Prüfer gefunden, beginnt die Festigung des Themas. In diesem Schritt ist bezogen auf das Thema noch fast alles möglich. Von vollständiger Zustimmung zum Wunschthema eines Studenten bis hin zu einer kompletten Veränderung nach der Zusage, kann alles passieren. Am meisten staune ich immer über Rückmeldungen wie: „Ihr Thema ist sehr interessant. Vielleicht können Sie noch die Aspekte X, Y und Z berücksichtigen …. Wir könnten den Blick auch auf … richten“ und ehe man sich versieht, ist von dem ursprünglichen Thema nicht mehr viel übrig.

Beide Szenarien können ihre Vor- und Nachteile haben. Haben Sie einen eher entspannten Prüfer, haben Sie meist auch einen maximalen Freiraum beim Schreiben und Entwickeln Ihrer Ideen. Je weniger (kritische) Rückmeldung Sie allerdings bekommen, desto größer ist die Unsicherheit, ob Sie auch wirklich das geschrieben haben, was Ihr Prüfer sich vorstellt oder was aus seiner Sicht zur Thematik gehört. Bei einem geringen oder stets positiven Feedback besteht auch das Risiko, dass in der tatsächlichen Bewertung die bis dato ausgebliebene (kritische) Rückmeldung kommt. Um jedoch nicht mehr Unsicherheit zu schaffen als ohnehin mit einer Haus- oder Abschlussarbeit verbunden ist, sei ergänzt, dass es sich hierbei um ein mögliches Risiko handelt. Es gibt auch Prüfer und Dozenten, die tatsächlich so entspannt sind und ihren Schützlingen vertrauen, ohne sie am Ende in die sog. ‚Pfanne zu hauen‘.

Weitere Informationen zu Themen finden Sie in diesem Beitrag.

Am Ende dieser Phase haben Sie sich mit Ihrem Prüfer auf ein Thema bzw. die genaue Formulierung des Themas und die Schwerpunkte Ihrer Arbeit geeinigt.

Formulierung der Forschungsfrage oder Zielstellung

Dieser Schritt kann zusammen mit der Themenfindung erfolgen, aber auch erst nach der Formulierung des genauen Themas. Grundsätzlich gilt jedoch, auch unabhängig davon, ob Sie eine theoretische oder empirische Arbeit bzw. eine Haus-, Seminar- oder Bachelorarbeit schreiben, dass damit stets auch ein Forschungsprozess verbunden ist. Aus diesem Grund ist es erforderlich, in Verbindung mit dem gewählten Thema eine Forschungsfrage oder eine Zielstellung zu formulieren.

Wissenschaftliche Arbeiten

Erstellung des Exposés

Das Exposé ist ein hilfreiches Instrument für die gesamte Planung Ihrer Thesis. Es besteht aus der Problemstellung, Forschungsfrage bzw. Zielstellung, der Beschreibung des Forschungsvorhabens, der Gliederung sowie der ersten geplanten Literatur. Prüfer und Betreuer fragen häufig noch vor oder zumindest kurz nach einer Betreuungszusage nach einem Exposé, da es ihnen auf ca. 6 bis 8 Seiten einen umfassenden Eindruck darüber vermittelt, :

  • wie gut und intensiv Sie sich mit Ihrem gewünschten Vorhaben beschäftigt haben
  • ob Ihr Forschungsvorhaben konkret und fundiert ausgearbeitet ist
  • wie angemessen Ihre ausgewählten Methoden und Instrumente sind und
  • wo ggf. noch Verbesserungsbedarf besteht.

Das Exposé ist für Sie außerdem eine Art Meilensteinplanung, in dem Sie die Ausgangssituation, die Zielstellung und den Weg dorthin sowie die anzuwendenden Instrumente und Techniken beschreiben.

Texterstellung und empirische Forschung

Auf Basis des Exposés wird es Ihnen leicht(er) fallen, die einzelnen Gliederungspunkte Schritt für Schritt mit Inhalten zu füllen, die empirische Forschung, bspw. durch eine Befragung oder die Durchführung von Experteninterviews, durchzuführen. Berücksichtigen Sie beim Erstellen der Texte, dass die jeweiligen Darlegungen in diesem Kapitel relevant und sinnvoll platziert sind. Über allem steht stets das Ziel, am eine Ende die Forschungsfrage zu beantworten. Wichtig ist, dass Sie die einzelnen Kapitel der Reihe nach abarbeiten, beginnend bei der Einleitung, gefolgt von den theoretischen Grundlagen, zum Schwerpunkt der Arbeit, bis zur Beantwortung der Forschungsfrage und dem abschließenden Fazit. Am Ende dieser Phase steht die Arbeit inhaltlich.

Abschlussarbeiten

Sind die Inhalte erstellt, geht es an den Abschluss, den sog. Feinschliff, Ihrer Arbeit. Der kann noch mal richtig zeitaufwendig sein. Ich zähle dazu die Gestaltung des Layouts, das Anlegen aller Verzeichnisse, das Prüfen der Fußnoten, das Korrekturlesen, das Drucken und das Binden. Sie sollten auch bei diesen Arbeiten sehr genau sein. Es wäre schade, wenn Sie inhaltlich und methodisch eine Top-Arbeit abliefern, jedoch wegen Rechtschreibfehlern, einem ungenügenden/unvollständigen Literaturverzeichnis oder einem nicht leserfreundlichen Layout eine schlechtere Bewertung erhalten.

Wichtig ist, ein Ende zu finden. Dies wird meist besiegelt durch den Abgabetermin. Doch auch wenn Sie noch Zeit haben, nachdem Sie alle Abschlussarbeiten sorgfältig vorgenommen haben, ist es wichtig, Schluss zu machen. Das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit, gerade wenn es sich um eine Bachelor oder Master Thesis handelt, ist nicht nur zeitaufwendig. Man steckt auch sehr viel Energie hinein und das kann einen tatsächlich auch mal um den Schlaf bringen. Ein Ende finden heißt dann auch, gedanklich mit der Arbeit abzuschließen.

Wissenschaftliche Arbeiten sind nicht schwer zu erstellen, wenn man dem grundlegenden Schema folgt. Möchten Sie eine eigene wissenschaftliche Arbeiten erstellen, können Sie mit diesem Schema den Rahmen abstecken und sich daran orientieren.

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